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Vom Portrait zum Stillife – Wie ich Food-Fotograf wurde und wie ich arbeite

Vom Portrait zum Stillife – Wie ich Food-Fotograf wurde und wie ich arbeite

Schon während meines Abiturs habe ich begonnen zu fotografieren, jedoch hauptsächlich Menschen. Es folgte mein Grafikdesign-Studium mit Schwerpunkt Fotografie. Während des Studium habe ich mich bereits selbstständig gemacht und angefangen Fachartikel über Fotografie und Bildbearbeitung zu schreiben. Nach dem Studium habe ich mit einem anderen Fotografen zusammengetan und ein großes Loft-Studio gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt lag mein Schwerpunkt auf „People-Fotografie“, mit Food-Fotografie hatte ich gar nichts am Hut und auch Ernährung und gutes Essen waren mir nicht sonderlich wichtig.

Alles veränderte sich mit der Gründung meiner jetzigen Patchwork-Familie, über Nacht bekam ich 3 Kinder und schon 1 1/2 Jahr später kam mein leiblicher Sohn dazu. Ich verlor die Lust an langen People-Shootings, da diese einfach super zeitaufwendig und terminlich schwer mit kleinen Kind zu planen waren. So entschied ich mich von Zuhause aus meinem Atelier heraus zu arbeiten.

 

 

Letzten Herbst passierte es dann eher durch Zufall: ich fand meine neue große Liebe: Die Food-Fotografie und leckeres Essen. Mein Instagram Account „puenktchens_mama“ wuchs schlagartig bei wechseln auf Food und es geht immer weiter. Ich bin zeitlich flexibel, kann arbeiten wo ich will, in meinem eigenen Studio Zuhause und habe super Spaß an der Sache. Einfach perfekt. Nun habe ich auch noch meinen eigenen Shop gegründet, in dem ich für andere Food Fotografen Hintergründe zum Kauf anbiete, welche ich selber in meinem Atelier fertige und baue. www.foodbackdrops.de

 

 

 

 

Food unterscheidet sich in vielen Dingen von der People-Fotografie: Vor allem ist es die eigentliche Arbeitsweise. Während
bei der Peoplefotografie für mich das Vertrauen und die Beziehung zum Model entscheidend sind, um richtig gute Bilder zu machen, sind es bei der Food-Fotografie vor allem künstlerische Aspekte die ein Bild auszeichnen. Dazu gehören die Farben und Strukturen im Bild, die eigentliche Komposition und das Licht. Mein Ziel ist es hier nicht ein persönlich wirkenden Augenblick des Models fest zu halten, sondern den Betrachter durch mein Bild den Geschmack des Gerichtet zu vermitteln. Die Arbeit im Studio mit Food ist für mich wie malen mit Licht und Farben. Ein künstlerischer Prozess, der nur mir alleine gehört und gemeistert werden muss.

Für mich ist es im Moment am wichtigsten mich kreativ ausleben zu können. Das Fotografieren von Gerichten und Torten erfüllt mich und bringt Ruhe in mein turbulentes Leben. Die Momente im Studio gehören nur mir und ich kann wieder zu meinem Mittelpunkt zurückkehren.

Mein Stil hat sich einfach so im Laufe der Zeit entwickelt. Ich habe einfach immer weiter fotografiert und mich ausprobiert, niemals Aufgegeben wenn etwas nicht aussah, sondern immer weiter ausprobiert, bis ich zufrieden war. Ich habe sehr viele Stunden in meinem Studio verbracht um genau dahin zu kommen wo ich jetzt bin. Und ich habe auch sehr viele Stunden in der Küche gestanden, denn das Essen muss ja schließlich auch zubereitet werden, was eine ganz eigene Kunst ist! Übung macht auch hier einfach den Meister.

 

 

 

Um mich zu inspirieren schaue mich gerne auf Instagram und Pinterest um, aber vor allem wegen den Rezepten. Die Bilder bauen sich einfach von alleine auf, Schritt für Schritt entstehen sie, als ob ich eine leere Leinwand bemalen würde. Eine genaue Planung habe ich eigentlich nie. Es passiert einfach beim Zubereiten und Fotografieren von alleine.

All meine Gerichte die ich fotografiere sind echt und essbar! Meisten auch lecker aber auch kalt wenn wir sie verspeisen. Die
Zeiten der Bauschaums und der rohen, mit Farbe angemalten Hähnchen, in der Food-Fotografie ist meiner Meinung nach schon lange vorbei. Das Klischee hält sich jedoch standhaft. Die Kunden wollen natürliche Bilder die authentisch wirken, gerne sogar etwas dirty, bloß nicht zu clean!

 

Außerdem achte ich besonders darauf, dass alle Speisen die ich fotografiere auch nachher wirklich gegessen werden. Ich möchte so wenig wie möglich verschwenden oder weg werfen müssen. So sind die meisten Torten zu Geburtstagen von Familienmitgliedern gebacken worden und oft verschenke ich Köstlichkeiten an Nachbarn und Freunde. Ich bin mittlerweile ein gern gesehener Gast auf jeglicher Art von Party, da ich immer etwas köstliches mitbringe. Wenn ich eine Kitschtorte backe, dann schmeckt diese auch nach Kirschen! Wenn dies nicht so wäre, hätte ich mein Ziel verfehlt, denn ich liebe beides: Gutes Essen und die Fotografie!

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